Sonntag, 8. August 2010

Puerto Lopez - Ankunft der Fischer.

Jeden morgen in aller Fruehe kommen die Fischer mit ihrem naechtlichen Fang zurueck. Grosser Trubel am Strand. Es werden Kisten mit Fischen geschleppt von den Booten geschleppt und mit viel Aufsehen gewogen. Direkt an den Booten oder spaeter auf den kleinen Lastern wird verhandelt und die frische Ware angeboten. Direkt am Strand werden die Fische ausgenommen, in kleine Stuecke verarbeitet und direkt an die Einwohner und an die Besitzer der vielen Hostales und Restaurants verkauft. Der ein oder andere Fang landet gleich auf dem Grill.
Die vielen Seevoegel und die Hunde versuchen den ein oder anderen frischen Happen zu erwischen.
Ein tolles Ereignis in der Morgendaemmerung. Von Tunfisch ueber Schwertfisch und alle moeglichen anderen Fischen gross und klein war alles dabei.

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Puerto Lopez.

In der Fischerstadt Puerto Lopez ist gerade Hochsaison und dass obwhol es hier gerade Winter ist und es ist den ganzen Tag bewoelkt, die Sonne kommt kaum durch und es nieselt und regnet viel. Die Touristen werden von den Buckelwalen angezogen, die sich jedes Jahr in den Monaten August bis Oktober vor der Kueste aufhalten und so schiessen die Ausflugsagenturen wie Pilze aus dem Boden.
In der Sierra (Hochland Ecuadors) sind gerade Sommerferien und so verbringen viele Familien die Ferien an der Kueste.


Nur die Hauptstrassen im Ort sind geteert. Sobald man diese verlaesst findet man sich auf lemigen Buckelpisten wieder. Wenn es nieselt oder regnet, werden diese schnell zu schlammigen Pisten.


Fliessend Wasser gibt es hier nicht. Entweder haben die Haeusser auf den Dach einen grosssen Trank oder einen Wasserbunker unter der Erde, bei dem das Wasser mit Strom nach oben gepumpt wird. In diesen Lastern wird das "Leitungswasser" angeliefert.



Der Markt von Puerto Lopez. Bananen, Bananen und noch mehr Bananen...

















Puerto Lopez - bei Beatrice und Limberg.

Beatrice ist eine ehemalige Voluntaerin von Pro Vita Andina e.V. und arbeitete auch in den Projekten in Pile mit. In Puerto Lopez hat sie den Ecuadorianer Limberg kennengelernt, hat ihr Voluntariat um einige Monate verlaengert und heute sind sie verheiratet, haben einen zweijaehrigen Sohn Jannis und wohnen in Puerto Lopez. Ueber einige Jahre haben sie in ihrer kleinen Strandbar gearbeitet, da aber nun sehr viele weitere Bars am Strand eroeffnet haben und die Konkurrenz zu gross wurde, hatte sich am Ende die Strandbar nicht mehr gelohnt. Seit dieser Woche bewirtschaften die beiden eine Hosteria.
Meine ersten Tage an der Kueste habe ich bei Beatrice und Limberg im Haus gewohnt und wohne jetzt auch an den Wochenende hier.


Vorgarten von Beatrice und Limberg.




Wohnzimmer und Kueche. Bis auf die Fenster hat Limberg quasi alles selbt gebaut. Sehr gemeutlich und bunt. Und es gibt eine kleine Espressokanne und so richtig echten Kaffee aus gemahlenen Kaffeebohen. Ein wahrer Genuss nach drei Wochen Instantkaffee in Tabacundo / Tocachi.


Mein Zimmer mit Mostikonetz.


Eingangsbereich und Terrasse mit der obligatorischen Haengematte.


Beatrice vor den ganzen Aufzeichnungen fuer die Vereinsarbeit in Pile.


Jannis, fast zwei Jahre alt - suzelt sehr gerne Mandarinen aus.


Limberg und Jannis vertreiben sich die Wartezeit auf das Abendessen in einer columbianischen Bar mit Karten spielen.

Keine drei Gehminuten ist der Strand entfernt. Gerade kommen Fischer an und die Seevoegel versuchen einen frischen Happen zu ergattern.




Der Nachbar von schraeg gegenueber. Nein, er haelt anscheinend keine Siesta, sondern schlaeft seinen Rausch aus.

Nachbarschaft - das Haus rechts gelb angestrichen ist das Haus von Beatrice und Limberg.

Freitag, 6. August 2010

Kakerlake.

Huch, pfui. Da krabbelt eine drei Zentimeter lange Kakerlake auf dem Kuechenboden rum. Wusste gar nicht, dass diese Dinger so riessig werden koennen. Was macht man denn da?! Tipps, Vorschlaege?
Hab noch keine Erfahrung mit solchen Dingern. Drauftreten geht nicht, das kanckst bestimmt ganz fuerchterlich. Glas drauf und warten bis Hilfe naht? Mit einen seeehr langen Gegenstand anstupsen, damit sie sich versteckt?
Sitze gerade am Laptop von Beatrice und Limberg in Puerto Lopez. Die beiden sind noch in der Hosteria am arbeiten und ich somit allein zu Haus...

Puerto Lopez - ein klein bissle Urlaub.

Die vergangengen Tage hab ich versucht mich in Pile einzuleben. Leider hat das bisher nicht so ganz geklappt. Komme dort einfach nicht so richtig an und fuehle mich bisher nicht sonderlich wohl in Pile.
Es regnet und nieselt viel, so dass die Strassen im Dorf so schlammig sind, dass man mit FlipFlops stecken bleibt und ich froh bin, meine Wanderstiefel dabei zu haben. Sobald die Sonne untergehts wirds empfindlich kalt und ich verziehe mich in mein Turmzimmer im Bambusaussichtstrum auf dem Vivero (dt.: Baumschule). Liege mit Stirnlampe im Bett und lese. Dass ich tatsaechlich auf dieser Reise zum Romane lesen komme haette ich auch nicht gedacht. Beatrice hat mir ein paar Buecher auf Deutsch ausgeliehen, weil sie schon ahnte, dass die Abende doch recht lang, froestelig und recht einsam sein werden. Das erste Buch hab ich jetzt schon durch. Gerade lese ich "Verblendung" von Stieg Larsson.
Auf Grund eines aelteren Streits zwischen dem Verein und der Voluntaerin, die zuvor hier in den Projekten gearbeitet hat, mit einigen Dorfbewohnern tue ich mir schwer Kontakt mit genau diesen Personen aufzubauen. Denn genau mit den Personen mit denen ich vornemlich arbeiten sollte, ist der Klinsch noch nicht ganz ausgetragen und ich bekomme das nun leider ab.

Naechste Woche werde ich Milton, dem Praesidenten von Pile, einen Einfuehrungskurs in die modernen Kommunikationsmittel wie e-Mail und "Skype" geben, um so den Kontakt zwischen dem Dorf Pile und dem Verein in Deutschland zu verbessern. Weil es in Pile keinen Internetzugang fuer die Dorfgemeinde gibt (es gibt zwar einen in der Schule, aber der darf aus irgendwelchem buerokratischen hin und her nur ausschliesslich fuer schulische Zwecke genutzt werden), werden wir eine Stunde mit dem Bus nach Manta in den Norden fahren. Manta ist eine relativ grosse Kuestenstadt, die mit dem world wide web verbunden ist.

Dieses Wochenende bin ich jetzt erstmal nochmal in Puerto Lopez und werde wieder im Haus von Beatrice und Limberg wohnen.
Morgen bin ich ganz tourimaessig unterwegs. Mit ein paar anderen Touris und Reisefuehrer gehts raus auf die "Isla de la Plata" (dt.: Silberinsel). Auf dem Weg dort hin werden wir Buckelwale sehen und auf der Insel werden wir wandern und uns auf die Pirsch nach Voegeln mit blauen Fuessen begeben.

Den heutigen Nachmittag habe ich in einer Strandbar von Puerto Lopez verbracht.


Haengematte, gutes Buch, ...


... Sand an den Fuessen, gute Musik, ...


... und ein kuehles Bier. Ein klein bissle Urlaub.

Montag, 2. August 2010

Tabacundo - Granja del Colegio.

Ueber den Verein Pro Vita Andina e.V. sind am Colegio Tabacundos fuenfundzwanzig Patenschaften entstanden. Die Pateneltern kommen vor allem aus Deutschland und der Schweiz. Die Pateneltern zahlen monatlich 30 USD an das Patenkind. Das Geld geht ohne Abzuege oder sonstige Kosten direkt an die Eltern des Patenkindes. Sofia, die Sozialarbeiterin am Colegio ist im staendigen Kontakt mit den Familien der Patenkindern und den Patenkindern selbst und schaut, dass das Geld auch dem Patenkind zu Gute kommt.
Die Familien sind zum bitterarm und wirklich auf das Geld angewiesen. Mit den Patenschaften wird gewaehrleistet, dass die Schueler einen Abschluss am Colegio erlangen konnen und die Chancen dass sie danach studieren erhoeht sich somit. Viele Kinder, die das Colegio und spaeter die Universitaet aus finanziellen Grueden nicht besuchen koennen arbeiten auf den Blumenfarmen in der Umgebung. Sie werden dort schlecht bezahlt und gefaehrden auf laengere Sicht ihre Gesundheit durch die eingesetzen Pestizide.
Vom Verein aus gibt es bestimmte Bestimmungen welche Kinder Patenkinder werden koennen. Unter anderem sind die schulischen Leistungen am Colegio ausschlaggebend, sowie ob Geschwister vorhanden sind und nur wenige Familienmitglieder in der Lage sind fuer ein regelmaessiges Einkommen der Familie zu sorgen. Viele Eltern der Patenkinder sind alleinerziehend, auf Grund einer Krankheit nicht in der Lage zu arbeiten oder leben sonst in schwierigen sozialen und familiaeren Verhaeltnissen.

Alle Patenkinder arbeiten jeden Samstag Vormittag gemeinsam auf der Granja (dt.: Farm) des Colegios. Die Granja liegt etwas weiter auserhalb des Colegios am Stadtrand.

Der Eingang der Granja mit fast allen Patenkindern an einem Samstag Vormittag.


Das Gelaende der Granja ist sehr weitlaeufig. Nicht nur die Patenkinder des Vereins arbeiten hier, sondern auch Lehrer mit Schuelern des Agrarunterrichts.


"Tomate del arbol" wird angebaut. Eine Frucht, die in Ecuador oft als Saft getrunken wird. Davor muss die Frucht aber erst gekocht und anschliessend geschaelt werden um die Bitterstoffe zu entfernen. Mit etwas Zucker ein sehr leckeres Getraenk.


Neue Bewaesserungssysteme werden von verschiedenen Schulklassen auf ihre Funktionalitaet hin erprobt. Hier wachsen Limonenbaeume mit einer Troepfelbewaesserung.


In einem Abschlussprojekt eines Agrarkures der Abschlussklasse wird seit einigen Monaten ein Meerschweinchenzuchtprojekt durchgefuehrt. Das Futter fuer die Meerschweichen wird auf der Granja angebaut und die Meerschweinchen werden geschlachtet und lebendig in der Markthalle gegenueber des Colegios verkauft. Von den Einnahmen werden zustaetzliches Futter und weitere Meerschweinchen gekauft.


Der stolze Meerschweinchenzuechter.


In einem Buch wird die Anwesenheit der Patenkinder genau festgehalten. Wer einen Samstag Vormittag versaeumt muss die Arbeit auf der Granja nachholen oder kann ein Familienmitglied zur Vertretung auf die Granja schicken.










Es gibt ein Wasserreservouir auf der Granja. Das Wasser kann hier am Brunnen abgepumpt werden. Leider gibt es noch kein richtiges Bewasserungssystem, so dass die Schueler immer wieder die Gieskannen fuellen muessen und zu den Beeten zu laufen um die vielen Pflazen zu giessen.


Geraeteschuppen und zu Hause der Meerschweinchen.




Einer der vielen Viveros (dt.: Baumschule) der Granja.


Hier werden kleine Baeume und Buesche fuer das Aufforstungsprojekt der Lagunen gezuechtet, die sich hoch oben auf einem Berg zwischen Tabacundo und Cayambe befinden. Das Colegio hat mit der Stadt einen Vertag abeschlossen. Das Colegio zuechtet die Pflanzen fuer die Aufforstung der Lagune und die Stadt verpflichtet sich die Pflanzen dem Colegio abzukaufen.
Bei einer Aktion des Aufforstungsprojektes der Patenkinder in den Lagunen war ich dabei. Wahnsinnig schoen diese Lagunen, aber dazu in einem anderen Blogeintrag mehr.

San Antonio - Sonnenuhr.

Waehrend der Zeit im meinem ersten Projekt in San Antonio habe ich mit Sra. Angeli, ein Mitglied der Frauengruppe "Manos Magicas", und ihrem Mann zusammen eine Sonnenuhr auf einem Berg ganz in der Naehe von San Antonio angesehen.


Die Sonnenuhr von San Antonio. Ingendwie recht unspraektakulaer. Aber einmal im Jahr wird hier ein Sommerfest gefeiert. Dann ist der ganze Berg bevoelkert von Menschen, die hier feiern, sich machen Feuer, tanzen und ueberachten rund um die Sonnenuhr.

Obwohl es bewoelkt und diesig war, ist die Sonneneinstrahlung doch sehr extrem. Ich muss mich hier jeden Tag eincremen, kaum habe ich die Sonnencreme einen Morgen mal vergessen, schon habe ich nach fuenfzehn Minuten einen Sonnenbrand. Die Hoehe in den Anden darf echt nicht unterschaetz werden - sogar bei Regen und Nebel ist eincremen angesagt.

Sra. Maria Angeli und ihr Mann.



Ziemlich trocken alles. Die ganze Region Pichincha leidet unter der Trockenheit der vergangegen Monate. Viele Planzen sind nur sehr klein gewachsen oder gar nicht. Zur Zeit regnet es wieder sehr viel, leider zu spaet. Gerade ist Erntezeit und der derzeitige haeufige Regen erschwert diese sehr.