Enten vor San Martin de Tipishca from Judith on Vimeo.
Freitag, 8. Oktober 2010
Geburtstag.
Mitten im September bin ich im grünen Brokkoli ein Jahr älter geworden. Nach groß feiern war mir nicht. Stattdessen saß ich am Abend bei Sonnenuntergang mit Stefanie zusammen auf einem Holzstamm am Flussufer.
Geburtstagskuchen in Form einer Steichholzschachtel mit Kerzen, Zündhölzern und Geburtstagspost drin.
Liebe Mama, lieber Papa vielen Dank dafür! Ich hab das kleine Geschenkle die ganze Reise über dabei gehabt und gut drauf aufgepasst.
Geburtstagspost im Kleinformat - musste ja in die Geburtstagskuchenstreichholzschachtel reinpassen.
Stefanie hatte aus Deutschland Prosecco aus Dosen mitgebracht - schmeckt tatsächlich! Den Proseccco haben wir in der Bodega (dt.: kleiner Laden) um die Ecke in der Kühltruhe auf eine trinkbare Temperatur runterkühlen können. Saluuuud!


Sonnenuntergang am Flussufer.
Dosenprosecco, Schokokeks und Steichholzschachtelgeburtstagskuchen mit Kerze.
Liebe Mama, lieber Papa vielen Dank dafür! Ich hab das kleine Geschenkle die ganze Reise über dabei gehabt und gut drauf aufgepasst.
Donnerstag, 7. Oktober 2010
Spinnen.
Eigentlich wollte ich für den Verein Pro Vita Andina e.V. wegen meiner Abneigung gegenüber Spinnen gar nicht in den Projekten im Amazonasgebiet Perus arbeiten. Ich mochte das Insektenhaus im Stuttgarter Zoo Wilhelma schon gar nicht betreten und sah mir auch keine Dokus über Spinnen an.
Da ich mich nach meiner Rückker aus Südamerika ein wenig um die PR-Arbeit des Vereins kümmern werde, war die Vorsitzende der zu Recht der Ansicht, dass ich mir alle aktuell laufenden Projekte anschaun sollte um einen Eindruck von der Arbeit des Vereins zu bekommen. Alle Projekte - also alle Projekte in Ecuador und eben auch die Projekte im Amazonasgebiet mitten im Lebensraum von doch recht großen und hässlichen Spinnentieren.
Hier die Top 3 der ekligsten Spinnen in Casa Lupuna in San Martin de Tipishca:
Die Augen leuchten - aaaarg.
Dieses scheussliche Exemplar hier saß in meinem Zimmer, direkt neben meinem Bett. Über das Moskitonetz über meinem Bett war ich mehr als nur dankbar.
Und diese hier saß in einer der beiden Toiletten im Eck direkt neben dem Klo. Zum Glück gab es zwei Klos. War das eine "besetzt" von Spinnentieren und Freunden, dann gab es immer noch eine Ausweichmöglichkeit.
Da ich mich nach meiner Rückker aus Südamerika ein wenig um die PR-Arbeit des Vereins kümmern werde, war die Vorsitzende der zu Recht der Ansicht, dass ich mir alle aktuell laufenden Projekte anschaun sollte um einen Eindruck von der Arbeit des Vereins zu bekommen. Alle Projekte - also alle Projekte in Ecuador und eben auch die Projekte im Amazonasgebiet mitten im Lebensraum von doch recht großen und hässlichen Spinnentieren.
Hier die Top 3 der ekligsten Spinnen in Casa Lupuna in San Martin de Tipishca:
Guardaparque de Reserva Pacaya Samiria.
Die Reserva (dt.: Naturschutzgebiet) Pacaya Samiria ist mit 2.080.000 Hektar die größte Reserva Perus mit der größten Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen.

An allen Eingängen der Reserva gibt es Stützpunkte, die von Guadraparques (dt.: Parkwächtern) Tag und Nacht bewacht werden. Auf der Karte sind die Stützpunkte mit "PV" (span.: puesto de vigliancia) gekennzeichnet. An diesen Stützpunkten werden alle nicht registrierten und nicht bekannten Boote registiert und alle Touristen werden ebenfalls registriert. Jeder Tourist muss pro Tag in der Reserva einige Dollars hinblättern, da man mit mit den Statur Voluntär allerdings diese Zahlungen umgehen kann, können wundersamerweise fast alle Touristen einen Schrieb vorzeigen, der sie als Voluntär ausweist. Somit gehen der Reserva ein Großteil der Einnahmen ab, die dringend gebraucht würden, um die Reserva zu schützen. Stefanie und ich haben diese Schrieb auch vorgewiesen, in unserem Fall aus ehrlichem Grund.
Die Parkwächter arbeiten 45 Tage Tag und Nacht in der Reserva. Sie wohnen in den Häusern der Stützpunkte und patroullieren mit Booten durch das Flusssystem der Reserva. Sie halten Ausschau nach Wilderern, Umweltverschmutzern und schützen gefährdete Tierarten wie zum Beispiel die Schildkröten. In der ganzen Reserva sind eingezäunte Sandkästen aufgestellt, in der Schildkröteneier in Sicherheit vor Menschen und Tieren bis zum Schlüpfen der Schildkröten geschützt unter einer Sandschicht liegen können.
Ich bin mir nicht ganz sicher wieviel diese Schildkröteneierschutzaktion etwas bringt, in Anberacht der Menge an Schildkröteneier, die die Einwohner der Reserva verzehren.
Aber gut, es ist ihr Lebensraum seit jeher, wenn es nichts anderes zu essen gibt, werden eben auch Schildkröten und ihre Eier gegessen. Meiner Meinung nach sollten Touristen hingegen diese geschützten Tiere und ihre Eier jedoch keinesfalls essen - man kann sich ein paar Wochen auch von etwas anderem ernähren. Schildkröte, Aligator, Affe und co standen trotz mehrfacher Möglichkeiten nicht auf meinem Speiseplan in meiner Zeit in der Reserva


45 Guardaparque arbeiten angestellt vom der Regierung Perus in der Reserva. Viel zu wenig für diese riessige Fläche. Der Verein Pro Vita Andia e.V. bezahlt für einen zusätzlichen Guardaparque das Gehalt. Roberto aus San Martin arbeitet genau wie die andren Guadraparques im Team, nimmt an Schulungen teil, gibt in den Schulen der Reserva Unterricht in Sachen Naturschutz.
An einem seiner freien Tage hat uns Roberto mit dem Boot zu seinem Resevenstützpunkt gefahren und uns seine Arbeit und seien Arbeitsplatz vorgestellt. Mit einer kleinen Nussschale mit Aussenmotor ging es von San Martin durch ein sehr verwirrendes und verzweigtes Flusssystem zum einen der Reservenstützpunkte.
An dieser Flussbiegung ist einer der Eingänge der Reserva zu finden. Wir sind also quasi mit dem Boot von San Martin aus, aus der Reserva rausgefahren um an einer andren Stelle wieder hineinzufahren um zum einen der Reservenstützpunkte zu kommen.

Große Schwärme von Enten und Silberreihern aufgescheut von unserm vorbeifahrenden Boot.


Reservenstützpunkt, Arbeitsstelle von Roberto und seinen Kollegen.

Schlafplatz des Guardaparque, ein Gewehr immer griffbereit.
Roberto erklärt uns seine Arbeit als Guardaparque.
Ein anderer Guadraparque, der gerade im Dienst ist. Ein Guadraparque arbeitet 45 Tage Tag und Nacht und hat anschliessend 10 Tage frei.
Anlegestelle des Stützpunktes ganz in der Nähe von San Martin. Der Wasserstand des Flusses ist auf einem fast historischen Tiefpunkt.
Mit diesen Lampen wird in der Nacht per Lichtsignalen mit vorbeifahrenden Booten kommuniziert.
Auch hier auf dem Reservenstützpunkt werden die Solarlampen aus dem Solarlamenprojekt aus San Martin benutzt.
An allen Eingängen der Reserva gibt es Stützpunkte, die von Guadraparques (dt.: Parkwächtern) Tag und Nacht bewacht werden. Auf der Karte sind die Stützpunkte mit "PV" (span.: puesto de vigliancia) gekennzeichnet. An diesen Stützpunkten werden alle nicht registrierten und nicht bekannten Boote registiert und alle Touristen werden ebenfalls registriert. Jeder Tourist muss pro Tag in der Reserva einige Dollars hinblättern, da man mit mit den Statur Voluntär allerdings diese Zahlungen umgehen kann, können wundersamerweise fast alle Touristen einen Schrieb vorzeigen, der sie als Voluntär ausweist. Somit gehen der Reserva ein Großteil der Einnahmen ab, die dringend gebraucht würden, um die Reserva zu schützen. Stefanie und ich haben diese Schrieb auch vorgewiesen, in unserem Fall aus ehrlichem Grund.
Die Parkwächter arbeiten 45 Tage Tag und Nacht in der Reserva. Sie wohnen in den Häusern der Stützpunkte und patroullieren mit Booten durch das Flusssystem der Reserva. Sie halten Ausschau nach Wilderern, Umweltverschmutzern und schützen gefährdete Tierarten wie zum Beispiel die Schildkröten. In der ganzen Reserva sind eingezäunte Sandkästen aufgestellt, in der Schildkröteneier in Sicherheit vor Menschen und Tieren bis zum Schlüpfen der Schildkröten geschützt unter einer Sandschicht liegen können.
Ich bin mir nicht ganz sicher wieviel diese Schildkröteneierschutzaktion etwas bringt, in Anberacht der Menge an Schildkröteneier, die die Einwohner der Reserva verzehren.
Aber gut, es ist ihr Lebensraum seit jeher, wenn es nichts anderes zu essen gibt, werden eben auch Schildkröten und ihre Eier gegessen. Meiner Meinung nach sollten Touristen hingegen diese geschützten Tiere und ihre Eier jedoch keinesfalls essen - man kann sich ein paar Wochen auch von etwas anderem ernähren. Schildkröte, Aligator, Affe und co standen trotz mehrfacher Möglichkeiten nicht auf meinem Speiseplan in meiner Zeit in der Reserva
45 Guardaparque arbeiten angestellt vom der Regierung Perus in der Reserva. Viel zu wenig für diese riessige Fläche. Der Verein Pro Vita Andia e.V. bezahlt für einen zusätzlichen Guardaparque das Gehalt. Roberto aus San Martin arbeitet genau wie die andren Guadraparques im Team, nimmt an Schulungen teil, gibt in den Schulen der Reserva Unterricht in Sachen Naturschutz.
An einem seiner freien Tage hat uns Roberto mit dem Boot zu seinem Resevenstützpunkt gefahren und uns seine Arbeit und seien Arbeitsplatz vorgestellt. Mit einer kleinen Nussschale mit Aussenmotor ging es von San Martin durch ein sehr verwirrendes und verzweigtes Flusssystem zum einen der Reservenstützpunkte.
Fahrt zum Reservenstuetzpunkt mit Roberto aus San Martin from Judith on Vimeo.
Fahrt zum Reservenstuetzpunkt - Eingang der Reserva Pacaya Samiria from Judith on Vimeo.
Fahrt zum Reservenstuetzpunkt - viele, viele Voegel from Judith on Vimeo.
Fahrt zum Reservenstuetzpunkt - auf kleinen Fluessen unterwegs from Judith on Vimeo.
Mittwoch, 6. Oktober 2010
Blattschneiderameisen.
Auf allen wegen in der Selva sind die Transportwege der Blattschneiderameisen vorzufinden. Sie schneiden kleine Stücke von Blättern, die am Boden liegen an und trasportieren diese in den großen Ameisenstraßen zu ihren Ameisenhügeln. Die Blätter werden nicht zum Bau sondern als Futter verwendet.
An den Stellen wo die Ameisenstraßen langgehen ist der Waldboden total aufgeräumt und kahl. So kann man die Ameisenstraßen schon von weitem erkennen, die oft die Straßen der Menschen kreuzen.
Blattschneiderameisen from Judith on Vimeo.
An den Stellen wo die Ameisenstraßen langgehen ist der Waldboden total aufgeräumt und kahl. So kann man die Ameisenstraßen schon von weitem erkennen, die oft die Straßen der Menschen kreuzen.
Kokosnuss.
Der Nachbarort Nueva Arica ist zu Fuß eine Dschungelstrasse entlang in einer dreiviertel Stunde erreichbar. Zwar könnte man das Dorf auch auf dem Wasserweg erreichen, da der Fluss aber einen großen Bogen macht, ist der Flussweg viel länger und man braucht entweder Sprit oder Muskelkraft um übers Wasser von San Martin nach Nueva Arica zu kommen.
Im Nachbardorf gibt es im Gegensatz zu San Martin ein etwas besseres Angebot an Früchten. Zwar ist das Angebot immer noch nicht sonderlich überwältigend, da erst im November in der Regenzeit alle Früchte reif werden, aber eine Wassermelone, die ein oder andere Papaya und Kokosnüsse sind zu finden, wenn man sich durch das Dorf fragt.

Ich wusste gar nicht, dass Kokosnüsse wenn die an der Palme wachsen eine gelbe dicke Schale haben und unter dieser gelben Schale bildet sich dann mit der Zeit diese braune faserige Schale. Anfangs, wenn die Kokosnuss noch nicht reif wie, wie bei mir im September, ist die braune faserige Schale noch gar nicht ganz ausgebildet, und anstatt Fruchtfleisch ist die Nuss voll Kokosnuswasser. Erst mit der Reife verwandelt sich das Wasser in das Kokosnussfleisch und die braune innere Schale wird sehr hart. Die Kokosnuss-Endversion ist dann bei uns im Supermarkt ohne gelbe Schale vorzufinden.




Lecker dieses Kokosnusswasser - die Nuss war bis zum Rand gefüllt damit.


Im Nachbardorf gibt es im Gegensatz zu San Martin ein etwas besseres Angebot an Früchten. Zwar ist das Angebot immer noch nicht sonderlich überwältigend, da erst im November in der Regenzeit alle Früchte reif werden, aber eine Wassermelone, die ein oder andere Papaya und Kokosnüsse sind zu finden, wenn man sich durch das Dorf fragt.
Ich wusste gar nicht, dass Kokosnüsse wenn die an der Palme wachsen eine gelbe dicke Schale haben und unter dieser gelben Schale bildet sich dann mit der Zeit diese braune faserige Schale. Anfangs, wenn die Kokosnuss noch nicht reif wie, wie bei mir im September, ist die braune faserige Schale noch gar nicht ganz ausgebildet, und anstatt Fruchtfleisch ist die Nuss voll Kokosnuswasser. Erst mit der Reife verwandelt sich das Wasser in das Kokosnussfleisch und die braune innere Schale wird sehr hart. Die Kokosnuss-Endversion ist dann bei uns im Supermarkt ohne gelbe Schale vorzufinden.
Lecker dieses Kokosnusswasser - die Nuss war bis zum Rand gefüllt damit.
Dschnungelfrühstück.
Das Essen in der Selva (Amazonia, der tropische Teil Perus) war doch teilweise recht gewöhnungsbedürftig. Die meisten Tage gab es Reis, Fisch, Yuca (eine Wurzel, schmeckt ähnlich wie Kartoffeln), verschiedenste Sorten an Bananen und Ei - und das ganze immer mit viel Öl gekocht und oft frittiert.
Zum Kochen wurde jeden Morgen Wasser aus dem Fluss in großen Behältern geholt.
Da manchmal für uns gekocht wurde und manchmal nicht, hab ich irgendwann angefangen das Frühstück für Stefanie und mich selbst zuzubereiten. Auf offener Flamme und mit einem recht eigenwilligen Gasherd haben wir Flusswasser-Kaffee, sehr durchgekochte Eier und salzige Bananen gekocht.
Japs, Stefanie schmecks - ihr blieb auch wegen fehlender Alternativen nichts anderes übrig.
Typisches Frühstück in der Selva. Kaffee ohne Milch, Ei, "bananas verde" (dt.: salzige Kochbananen) hier geschält und in Wasser gekocht und "bananas manzana" (dt.: süße Bananen, "Apfelbananen") hier in der Schale am offenen Feuer gegrillt.
Die Feuerstelle und Fische auf dem Grill - heute "Carachama" (engl.: Bushymouth Catfish). Diese gab es zum Frühstück, zum Mittag- und Abendessen. Jeweils in verschiendenen Weisen gekocht - gegrillt oder gekocht in einer Suppe mit viel Koriander.
Ein kleiner Bananenvorrat an Kochbanenen (grün) und süßen Bananen (gelb). Da die Küche nach hinten raus keine Tür hat, hatten wir täglich ein junges Hühnchen auf Besuch, das auf Futtersuche war.

Wenn gerade volle Gasflaschen da sind wird auch mit dem Gasherd gekocht. Im Hintergrund ist der offene Essbereich zu sehen mit Tisch, Bännken und Hängematten und Blick direkt auf dem Fluss und den Wald auf der anderen Flussseite.
Wasserbehälter. Leider haben es Stefanie und ich nicht immer geschafft die Wasseraufbereitungstabletten ins Wasser zu werfen mit welchem gekocht wurde. Erstaunlicher weise hatten wir keinerlei Probleme mit dem Magen - lag wohl auch daran, dass mit so unglaublich viel Öl gekocht und frittiert wurde, dass dieses wohl auch den letzten Keim abgetötet hat.
Enschuldigt bitte den Anblick der Tennissocken, aber bei schmezenden Mostikostichen und dem Versucht weiteren Stichen zu entgehen, steht das modische Bewusstsein schnell hinten an, vor allem wenn noch kein Frühstück im Bauch ist.

Dokumentation der morgendlichen Frühstückszubereitungen in der Casa Lupuna Küche:
Zum Kochen wurde jeden Morgen Wasser aus dem Fluss in großen Behältern geholt.
Da manchmal für uns gekocht wurde und manchmal nicht, hab ich irgendwann angefangen das Frühstück für Stefanie und mich selbst zuzubereiten. Auf offener Flamme und mit einem recht eigenwilligen Gasherd haben wir Flusswasser-Kaffee, sehr durchgekochte Eier und salzige Bananen gekocht.
Dokumentation der morgendlichen Frühstückszubereitungen in der Casa Lupuna Küche:
Dschungelfruehstueck from Judith on Vimeo.
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